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Nachname, Vorname der Autor/inn/en: Friede, Simon
Publikationsjahr: 2011
Titel: Langzeitverlauf der Aphasie bei Kindern und Jugendlichen - Sprache und Soziales Umfeld
Schlagworte: Aphasie, Kinder, Jugendliche, Langzeitverlauf
   

Abstract:

(Das Abstract sollte Angaben zur zentralen Fragestellung und zu Ergebnissen/zum Fazit der Arbeit enthalten sowie auf kritische Aspekte und die praktische/klinische Relevanz der Ergebnisse eingehen)

Einleitung: Bis heute ist wenig über den Langzeitverlauf der Aphasie bei Kindern und Jugendlichen und mögliche Prädiktoren für den Outcome bekannt (vgl. Martins, 2004). So spielen z.B. Onsetalter, Ätiologie oder auch Läsionsort möglicherweise eine entscheidende Rolle. Bei Kindern mit initialer Aphasie können gravierende Beeinträchtigungen persistieren und auch bei jenen, die mehrere Jahre postonset klinisch unauffällig erscheinen, sind subtile Sprachdefizite nachweisbar (vgl. Chilosi et al., 2008). Diese, häufig schriftsprachlichen Defizite, haben negative Auswirkungen auf den schulischen Erfolg und das soziale Umfeld (vgl. Martins, 2004; Hofmann Stocker, 1990, 1992).

Ziel: In dieser deutschsprachigen Followup-Studie zum Langzeitverlauf der Aphasie bei Kindern und Jugendlichen wird explorativ erfasst, in welchen Bereichen mehrere Jahre postonset Defizite persistieren.

Methode: Entsprechend der klinischen Routine werden 23 (15m, 8w) Kinder und Jugendliche (Alter: 3;0-14;11, MW 8.9), die durch eine akute Schädel-Hirnverletzung eine Aphasie erlitten haben, mehrere Jahre postonset (MW 4.3) untersucht. Neben medizinischen Kerndaten werden mit verschiedenen Tests (u.a. Aachener Aphasie Tests, Leseverständnistest für Erst- bis Sechstklässler) die sprachlichen Fähigkeiten erhoben. Ein Intelligenzquotient wird mit Hilfe einzelner HAWIK IV-Untertests hochgerechnet. Die Lebensqualität, die schulische, soziale und familiäre Situation werden mit Elternfragebögen erhoben.

Ergebnisse: Bei Kindern und Jugendlichen mit initialer Aphasie zeigen sich auch mehrere Jahre postonset zum Teil gravierende Defizite, vor allem im Bereich der Schriftsprache. Hier liegt z.B. das Schriftsprachverständnis im Mittel im unterdurchschnittlichen Bereich. Im Aachener Aphasie Test zeigt sich bei 50% der Kinder und Jugendlichen eine Aphasie. Einzelne durchlaufen die Schule ohne Schwierigkeiten, 60.9% haben mindestens ein Schuljahr wiederholt und 52.2% werden aktuell regelbeschult. Die Anzahl der Freunde ist aktuell signifikant geringer als prämorbid. Es zeigen sich
(hoch-)signifikante Korrelationen zwischen verschiedenen Untertests. Das Onsetalter und die Dauer der Aphasie haben im Gegensatz zur Dauer der Behandlung (Onset bis Entlassung aus der Reha-Klinik) keine signifikanten Auswirkungen auf die Leistungen.

Diskussion: Die Ergebnisse sind zum Teil sehr eindeutig, an einzelnen Punkten können jedoch auf Grund der kleinen und heterogenen Stichprobe keine befriedigenden Aussagen getroffen werden. Es zeigt sich, dass zur Diagnostik der Aphasie bei Kindern und Jugendlichen eine Kombination verschiedener Verfahren unabdingbar ist. Eine regelmäßige Verlaufskontrolle bis in das Erwachsenenalter ist ebenso notwendig wie weiterführende Forschung. Einige Erkenntnisse aus vorherigen Studien können weiter untermauert werden.


   
Art der Publikation: Master-Arbeit
Fachlicher Schwerpunkt: Sprache
Studiendesign: Outcome-Studie
   
Wurde diese Arbeit bewertet? Ja
   
Probandenprofil:  
Einschlusskriterien:

Die Stichprobe setzt sich aus Kindern und Jugendlichen zusammen, die im Alter zwischen 3;0 und 14;11 eine akute neurologische Schädigung (z.B. SHT, Encephalitis, Hypoxie, etc.) erlitten haben. Sie müssen zudem in den Jahren 2003-2009 in der St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch im Anschluss an die Akutbehandlung mit Aphasie diagnostiziert und behandelt worden sein.

Von den insgesamt 2085 Kindern und Jugendlichen, die in der St. Mauritius Therapieklinik in den Jahren 2003-2009 behandelt worden sind, erfüllen 57 die Einschlusskriterien[1]. Sie sind alle im Alter zwischen 3;0 und 14;11 Jahren akut schädel-hirnverletzt und auf Grund einer Aphasie behandelt worden. Diese 57 Kinder und Jugendlichen werden angeschrieben und zur Teilnahme an der Studie eingeladen. 6 (10.5%) Briefe können nicht zugestellt werden[2], 24 (42.1%) Kinder und Jugendliche melden sich nicht zurück, 4 (7.0%) sagen die Teilnahme ab und 23 (40.1%) Kinder können im Rahmen der Studie untersucht werden.




[1] Von den 2085 Kindern erfüllen 1269 Kinder das Alterskriterium 3;0-14;11 Jahre und von ihnen wiederum sind 312 Kinder akut erkrankt/verletzt gewesen.

[2] Die 6 Kinder und Jugendlichen, die nicht zur Teilnahme eingeladen werden können, werden ausgeschlossen.



Ausschlusskriterien:
Anzahl (n=?): 23
   
Datenerhebung: Fragebogen
Interview
Messung
Sonstiges:
  standardisierte Testverfahren
   
Datenanalyse:  
          Beschreibung der Methoden/Verfahren der statistischen Datenanalyse:

Um zu überprüfen, ob sich bei Kindern und Jugendlichen mit initialer Aphasie auch mehrere Jahre postonset sprachliche Defizite nachweisen lassen, werden spezifische Verfahren verwendet. Diese sind in Abbildung 3 tabellarisch mit ihren jeweiligen Zielen dargestellt. Die Testverfahren werden auf Basis bzw. in Anlehnung an die in der Literatur beschriebenen Verfahren zur Diagnostik der Aphasie bei Kindern und Jugendlichen ausgewählt (u.a. Martins, 2004; Möhrle & Spencer, 2007; Martins & Ferro, 1992,
Jordan & Murdoch, 1993).

Es erfolgt eine Auswertung der einzelnen Testverfahren (analog den Testkriterien) für jedes Kind. Zudem werden die Fragenbögen ausgewertet.

Die statistischen Berechnungen erfolgen mit dem PC-Programm „PASW Statistics 18“ sowie dem Onlineprogamm „www.fon.hum.uva.nl“. Neben der deskriptiven Statistik (MW, SD, MD, range) wird mit Hilfe des t-Tests für unverbundene Stichproben der Mittelwertvergleich vorgenommen. Hier muss jedoch zuvor mit Hilfe des Levene-Tests festgestellt werden, ob Varianzhomogenität angenommen werden kann (zur Verhinderung von Fehlern 2. Art). Bei einem liberalen α-Niveau von 10% (p<.10) werden inhomogene Varianzen angenommen. Bei Varianzhomogenität erfolgt die Berechnung mit dem üblichen t-Test. Mit dem Chi-Quadrat-Test, angewandt auf Kreuztabellen, wird die Wahrscheinlichkeit ermittelt, ob Zusammenhänge zwischen den Gruppen TN und kTN signifikant sind. Die Leistungen in den Tests, die Antworten im Fragebogen sowie einzelne persönliche bzw. medizinische Angaben werden auf mögliche Korrelation (nach Spearman) überprüft. Das Signifikanzniveau der Korrelation wird 2-seitig auf .01 bzw. .05 festgelegt.


 
          Eingesetzte Software: PASW Statistics 18; Onlineprogamm „www.fon.hum.uva.nl“.
   
   
Zugriff:  
Publikation als Volltext: PDF document Friede_2011_MSc_Langzeitverlauf der Aphasie bei Kindern.pdf
oder Link (URL) zur Publikation:
   
Zitation (Beispiel): Friede, Simon (2011) Langzeitverlauf der Aphasie bei Kindern und Jugendlichen - Sprache und Soziales Umfeld. Frechen: evidenssst.org
   
 

 


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