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Nachname, Vorname der Autor/inn/en: Ramfort, Silke
Publikationsjahr: 2017
Titel: Die Evaluierung des WHOQOL-BREF zur Erfassung der Lebensqualität im Einsatz mit chronischen Aphasie-Patient(inn)en - Eine qualitative Interviewstudie aus Sicht von Logopädinnen
Schlagworte: Aphasie, Lebensqualität, chronische Aphasie-Patienten, WHOQOL-BREF, teilstrukturierte Leitfadeninterviews, inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse
   

Abstract:

(Das Abstract sollte Angaben zur zentralen Fragestellung und zu Ergebnissen/zum Fazit der Arbeit enthalten sowie auf kritische Aspekte und die praktische/klinische Relevanz der Ergebnisse eingehen)

Hintergrund: Die internationale Forschung im Bereich Aphasie und Lebensqualität zeigt, dass der Faktor Lebensqualität einen immer größer werdenden Stellenwert in der Behandlung von Aphasie-Patienten einnimmt. Die Aphasie kann für die Betroffenen mit einer verminderten sozialen Partizipation, die bis zu einer sozialen Isolation führen kann, Depressionen und eingeschränkter Autonomie einhergehen, was wiederrum eine verminderte Lebensqualität zur Folge hat. Das Ziel logopädischer Interventionen bei Aphasie-Patienten sollte neben der Verbesserung der sprachlichen Funktionen auch die Maximierung der Lebensqualität einschließen. Es zeigt sich, dass es in diesem Zusammenhang wenige bis keine Testverfahren zur Erfassung der Lebensqualität gibt, die den Anforderungen der Aphasie-Patienten entsprechen.

Methode: Das Ziel dieser Bachelorarbeit war es, ein Testverfahren zur Erfassung der Lebensqualität, den WHOQOL-BREF, von praktisch tätigen Logopädinnen für einen möglichen Einsatz mit chronischen Aphasie-Patienten einzuschätzen und zu bewerten. Die teilnehmenden Logopädinnen führten dafür den WHOQOL-BREF mit einem chronischen Aphasie-Patienten aus der Ambulanz durch. Die Datenerhebung erfolgte anhand teilstrukturierter Leitfadeninterviews, die mit drei Logopädinnen durchgeführt wurden. Die inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse wurde verwendet, um das erhobene Datenmaterial auszuwerten.

Ergebnisse: Der WHOQOL-BREF wurde für den Einsatz mit chronischen Aphasie-Patienten von dem Großteil der befragten Logopädinnen als kritisch bewertet. Obwohl die Durchführung und Auswertung gut praktikabel waren, sahen die Interviewteilnehmerinnen vor allem Schwierigkeiten bei der Auswahl geeigneter Patienten und der Aphasie-unspezifischen Items des Tests. Die Logopädinnen äußerten, dass die Ergebnisse des Tests keinen therapeutischen Mehrwert bedeuten. Des Weiteren stellten sie die allgemeine Notwendigkeit eines standardisierten Verfahrens zur Erfassung der Lebensqualität infrage, da diese Informationen häufig im Therapieverlauf mittels persönlicher Gespräche erhoben werden.

Schlussfolgerung: Für eine umfassende Bewertung des WHOQOL-BREF müssen ebenfalls die Einschätzungen der Patienten erhoben werden. Weiterhin werden spezifische Testverfahren zur Erfassung der Lebensqualität benötigt, die auf die speziellen Bedingungen der Aphasie-Patienten abgestimmt, Therapie- bzw. Aphasie-relevante Items abfragen, sowie für die Logopäden zugänglich sind.

   
Art der Publikation: Bachelor-Arbeit
Fachlicher Schwerpunkt: Sprache
Studiendesign: Sonstiges
   
Wurde diese Arbeit bewertet? Ja
   
Probandenprofil:  
Einschlusskriterien:

Logopäden:

- Mindestens 3 Jahre Berufserfahrung (im besten Fall Vollzeit)

- Erfahrung in der Aphasie-Therapie und Evaluation

- Tätig in der Ambulanz

Patienten:

- Chronische Aphasie

- Seit mindestens 6 Monaten in logopädischer Therapie


Ausschlusskriterien:

Patienten:

- Mittel- bis hochgradige Einschränkungen im Lese-Sinnverständnis

- Mittel- bis hochgradige kognitive Einschränkungen


Anzahl (n=?): 3
   
Datenerhebung: Interview
 
   
Datenanalyse:  
          Beschreibung der Methoden/Verfahren der statistischen Datenanalyse:

Um die erhobenen Daten aus den Interviews entsprechend auszuwerten, wurde die inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2016) verwendet. Die Untersucherin begann im ersten Schritt der Auswertung mit einer initiierenden Textarbeit. Hierbei wurde das Material Schritt für Schritt durchgelesen, wichtige Textstellen markiert und mit Notizen versehen (vgl. Kuckartz: 2016: 56f.). Im Verlauf der qualitativen Inhaltsanalyse wurde ein mehrstufiges Verfahren der Kategorienbildung genutzt. In der zweiten Phase der Auswertung wurde also eine deduktive Hauptkategorienbildung anhand der Forschungsfrage und des Interviewleitfadens vorgenommen. Damit das umfangreiche Material den Hauptkategorien zugeordnet werden konnte, erfolgte die paraphrasierende Zusammenfassung nach Kuckartz (2016). Das gesamte Datenmaterial wurde von Beginn bis Ende durchgearbeitet und den Hauptkategorien (HK) zugeordnet. Mithilfe der paraphrasierenden Zusammenfassungen wurden im Anschluss die Hauptkategorien induktiv ausdifferenziert und mit Subkategorien (SK) erweitert. Die Subkategorien waren zum Großteil inhaltlich strukturiert, sie umfassten aber auch evaluative Aspekte. Im Anschluss wurde das gesamte Datenmaterial mit den ausdifferenzierten Kategorien codiert. Allgemein gilt, dass die Kategorien „disjunkt und erschöpfend sein“ sollen (vgl. Diekmann 2007: 589, zitiert nach Kuckartz 2016: 67). Das bedeutet, dass die einzelnen Kategorien trennscharf definiert sein müssen, um mögliche Überschneidungen der Zuordnung zu vermeiden (vgl. ebd.). Die Kategorien haben den Anspruch, möglichst vollständig zu sein, um das Material ausdifferenziert zuordnen zu können. Aus diesem Grund wurde zu jeder Hauptkategorie zusätzlich die Subkategorie „Sonstiges“ hinzugefügt. In dieser Subkategorie wurden Textstellen codiert, die keiner anderen vorhanden Subkategorie zugeordnet werden konnten, aber dennoch eine gewisse Relevanz für die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse aufwiesen.

Die umfangreichen Hauptkategorien mit den jeweiligen Subkategorien wurden zur besseren Übersicht in ein Kategoriensystem in tabellarischer Form dargestellt (vgl. Anhang S.135ff.). Das System wurde so aufgebaut, dass zu jeder Hauptkategorie und Subkategorie eine Definition aufgeführt ist, die verdeutlicht, was unter der jeweiligen Kategorie zu verstehen ist. Zusätzlich dienen prägnante Zitate aus den Interviews als Beispiel zur konkreteren Veranschaulichung. Das Kategoriensystem wurde gemeinsam mit der Erst- und Zweitprüferin intensiv besprochen und diskutiert. Somit wurde das System bestmöglich überarbeitet und angepasst.

 
          Eingesetzte Software:
   
   
Zugriff:  
Publikation als Volltext:
oder Link (URL) zur Publikation:
   
Zitation (Beispiel): Ramfort, Silke (2017) Die Evaluierung des WHOQOL-BREF zur Erfassung der Lebensqualität im Einsatz mit chronischen Aphasie-Patient(inn)en - Eine qualitative Interviewstudie aus Sicht von Logopädinnen. Frechen: evidenssst.org
   
 

 


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